8. Januar 2007

INDIA - Robertsganj, Missions Hospital

Nadine ist wieder gesund und hat die Reise gut Ueberstanden. Wir wurden ganz nett empfangen und lieb in den Spitalalltag eingefuehrt. Heute war unser erster Arbeitstag. Nadine arbeitet auf der Baby-Intensivstation, wo sie die Frischgeborenen wickelt, beruhigt, mit Milch versorgt, etc. Sie hat sich schon ganz fest in ein Baby verliebt, dass gleich nach der Geburt von der Mutter verlassen wurde und seit 2 Monaten hier herumliegt. Keine Ahnung, wie ich es schaffe, Nadine wieder ohne das Baby in die Schweiz zu bringen...! Ich startete heute in Familly Medicine, wo mir alles erklaert wird und uebersetzt wird. Raju hatte mir noch extra im Zug anstat zu schlafen Hindi beigebracht, so dass ich mich schon leicht mit den Patienten unterhalten konnte (wobei ich netterweise meistens ein Grinsen abbekomme). Trotzdem, das Leben ist sehr hart, die Aerzte und Pflegenden verdienen nichts und das Elend ist gross. Ich weiss echt nicht, wo ich helfen kann, denn an allen Ecken mangelt es an irgend etwas. Zum Beispiel fehlt eine Waage, wo man die Babys wiegen kann, das Sono-Geraet hat etwa 4 Pixel auf dem Monitor (so alt ist es), eine Waschmaschine, ein zweites Mikroskop... etc. Zudem bauen sie neue Operationssaaele und ein Schwesternhaus, weil die Leute regelrecht die Tueren einrennen. Ich sah heute zusammen mit einer Aerztin vielleicht 100 Patienten, davon schwere Diagnosen wie Tuberkulose, Lepra, Zerebrale Malaria, Neurozysticerose, ein 40jaehriger Mann starb heute vor meinen Augen mit Abdomenschmerzen und keiner wusste woran er wirklich gestorben war, weil er erst kurz vorher zu Fuss das Spital erreicht hat, nach einem kilometerlangen Marsch... Ich weiss, dass wir da am richtigen Platz sind und auch viel helfen koennen, trotzdem braucht das ganze viel Kraft und vor allem Bewahrung.

Deshalb hier einige Gebetsanliegen:
- Ich hatte heute schon mehrmals ungeschuetzten Kontakt zu infektioesen Tuberkulosepatienten und Leprakranken -> Bewahrung vor gefaehrlicher Ansteckung
- Grosse Mueckenplage (Malariainfiziert): wir nehmen Mefloquin, das ziemlich grobe Nebenwirkungen haben kann
- Dass das 'Baby von Nadine' eine Familie findet, die es aufnimmt
- Weisheit in unserem Handeln und auch das der Aerzte

Danke, dass ihr weiter mit uns verbunden bleibt, wir geben uns Muehe auch bald wieder Bilder hochzuladen.

7 Comments:

Anonymous Anonym said...

I was very excited to receive your postcard today and hear about your trip to India. It sounds like a wonderful thing to do. Enjoy your stay there! And congratulations on your new job!

9. Januar 2007 um 02:14  
Anonymous Anonym said...

Hallo ihr beiden!

Gerade eben habe ich euren Bericht mit grosser Spannung gelesen.
Wuensche euch viel Kraft, Weisheit und Gottes Schutz bei eurer Taetigkeit in Indien!

Bhuet oeich Gott!

Hanna

9. Januar 2007 um 22:11  
Anonymous Anonym said...

Liebi Nadine,liebe Hänsu
do chöme eim jo grad Träne,wenn me so trurigi Sache ghört.Es beidruckt eus aber,dass Dir so tatchräftig gege die Armuet akämpfet und aktiv öppis unternämet!Mir si froh z ghöre dasses dr Nadine wider besser goht und mir bätte für Euch,dass Dir au gsung blibet.Für die nöchsti Zit wünsche mir Euch vill Chraft für die trurige Erläbnis und vill schöni Stunde!
Bis bald...Karin,Urs+Jonas

10. Januar 2007 um 22:54  
Anonymous Anonym said...

D Nadine söu doch das Baby heinäh, de hät si öppis z tüe, we de du, Hänsu, nume no am schaffe bisch z Langnou ...

Ig bi wider guet acho ir Schwiz, ha aber komischerwis hie fasch meh Buchweh und Magebrönne als z Indie ... mi Buch muess sich gloubs zersch wieder umstelle ... oder de hani am Schluss glich no irgend e Chäfer verwütscht!

Wünsche öich e bsungers gsägneti Zyt z Robertsganij.

Obi

14. Januar 2007 um 01:08  
Anonymous Anonym said...

Hoi zäme chöit dr es paar Grösseri Städt i euem Umkreis säge mer sueche öich uf google earth abr mir hei nid viel meh aus varanasi gfunge. Und wie geihts euch überhoupt? Scho lang nüm vo neuch ghört.
g Hermiswiler

14. Januar 2007 um 13:39  
Blogger Hänsu said...

Varanasi ist die naechste Stadt, d.h. 78 km weit entfernt, aber es dauert knape 3 Stunden, bis man dort ist. Es ist die heilige Stadt der Hindus und wer dort stirbt, kommt direkt ins Nirvana...

16. Januar 2007 um 16:28  
Anonymous Anonym said...

Liebe Nadin, lieber Hänsu!!!!!
Ja was Ihr Beide da erlebt ist schon schön anstrengend für Leib und Seele! Aber Ihr seid nie alleine der grösste Arzt und Helfer habt Ihr allezeit bei Euch! Nadin, wie tut mir die Kleine leid die von der Mutter verlassen wurde!
Ganz liebe Grüsse mit dem 121. Psalm
Eure Bürer

4. Februar 2007 um 21:00  

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