25. Januar 2007

INDIA - In the Operations-Theater

Nun ist Feierabend und einer der 3 Assistentzaerzte hat Dienst. Das ist besonders interessant fuer mich, denn dann komme ich so richtig zum Zuge. Hier seht ihr mich beim operieren...

Ja, und Nadine war da auch dabei und alle zusammen brachten wir ein gesundes Baby per Kaiserschnitt zur Welt. Dr. Preethy, die vorallem auf der Geburtenabteilung arbeitet als Assi geht schon mal weiter und ich darf dann noch den Schluss machen mit der Operationsschwester.
Wenn Dr. Uttam gerade mit Administration oder so beschaeftigt ist, treffe ich mich manchmal mit Dr. Sumant, er ist der Orthopaede hier. Doch hier macht er einen plastischen Eingriff an einem verbrannten Kind.

Ja, es war mega interessant ihm bei dieser Hauttransplantation zu unterstuetzen und er tat es so, wie man es bei uns vor 40 Jahren getan hat weil alles drum und dran hier halt fehlt, aber das Resultat ist echt super, denn die Leute wissen sich schon zu helfen! Zum Beispiel um Kosten zu sparen naehe ich hier mit Fischleine oder bei Leistenbruechen implantieren wir ein Moskitosnetz!
Und nach einem strengen Tag im Operations-Theater - ja so nennt man das hier - wird all die Waesche gewaschen, geflickt und auf dem Spitaldach getrocknet. Ihr seht, es ist im wahrsten Sinn des Wortes ein Theater, denn es ist auch schon passiert das waehrend einer Operation ploetzlich Verwandte des Patienten im Ops (natuerlich ohne Munschutz, Ops-Kleidung etc.) auftauchen, haha!

INDIA - Nadine at work!

Hui, das Leben hier ist jetzt total verrueckt geworden: Dr. Jency erkrankte an Malaria und auch unsere Kinderaerztin ist gerade an Malaria erkrankt. Zum Glueck ist's nur die milde Variante, aber trotzdem, das ganze Spital funktioniert nun nur noch mit 5 Aerzten und Haensu, der jetzt auch total viel zu tun hat, rennt auch umher wie ein wilder: deshalb schriebe ich euch heute etwas ueber meinen Alltag:

Am Morgen nach der Andacht gehe ich schnurstracks zur Pharmacy, die sich ziemlich beim Spitalausgang befindet. Hier ist alles ganz hektisch, deshalb ist unser Office total abgeschirmt und nur ein kleines Fensterchen ermoeglicht es uns mit den Patienten zu kommunizieren. Auf dem Bild oben seht ihr Moses, der gerade mit einem Gesprach beschaeftigt ist. Ich klicke in der zwischenzeit auf dem Computer den naechsten Patienten an und schwupp, sehe ich alle Medis, die er bekommen soll. ...Nanu, was hat den der Haensu und Dr. Jency nun schon wieder alles verordnet.. die halten mich ganz schoen auf Trab! Nun gut, jetzt geht die Suche erst recht los. Von Tablar zu Tablar suche ich mir alles zusammen, so dass es Moses fix und foxy nur noch abgeben muss. Er freut sich jedes Mal, wenn ich ihn unterstuetzte, denn es kann auch ganz schoen langweilig werden, so allein und abgeschirmt...
Aber viel lieber gehe ich nach den hektischen Morgenstunden, wo die vielen neuen Lieferungen von Medis kommen, die ich einraume, auf die "Baby Intensive Care Unit". Das ist soviel wie die Neugeborenen-Intensivstation. Eigentlich toent das jetzt sehr vielversprechend und total kompliziert, aber tatsaechlich kann ich hier fast mehr bewirken und helfen als zuhause in der Drogi!!! Babies, schoeppelen, troesten, beruhigen, Windeln wechseln, baden, Medis verabreichen, Kleider zubereiten... Heute hatte ich mit meinen beiden Kolleginnen 12 Babys zu versorgen. Da sind die Schwestern ganz schoen froh, wenn jemand mehr rennen, anpacken, helfen etc. kann... Also, wenn alle 12 gleichzeitig schreien, konnten wir gut auch noch Haensu gebrauchen, haha...! Uebrigens, das oben bin ich mit "meinem Angel" Baby, das von seiner Mutter verlassen wurde. Wenn gerade alle anderen Babys ruhig sind, verbringe ich gerne ein paar Stuendchen mit Angel!

Dieses Baby im Brutkasten kam mit meiner Hilfe zur Welt! Ja tatsachlich, wenns pressiert oder gerade niemand zur Stelle ist, darf ich mit Dr. Preethy, einer Assistentsaerztin in den Geburtsraum und helfen. Schon in der ersten Woche im Missionsspital sah ich meine 1. Geburt. Ich sage euch, ich will NIIIIIIIIE Kinder kriegen :-) !!! Ja und das Tuepfelchem auf dem i war, dass mir heute Haensu telefoniert hat aus dem Ops, ich solle schnell kommen. Da durfte ich bei einem Kaiserschnitt zuschauen. Und wisst ihr, wer ihn gemacht hat? Es war nur eine Schwester anwesend und Preethy, die Assistentsaerztin, die mit Heansu den Kaiserschnitt machte. Nachdem das Baby auf der Welt war, hatte sie wieder anders zu tun und Haensu hat ihn alleine abgeschlossen, wow! Ich bin ja schon ein bisschen stolz! Also, das wars, nun ist 20.30 und ich bin todmuede. Ich wuensche euch allen eine gute Zeit und sende euch meine liebsten Gruesse, Nadine.


NACHTRGA: Angel-Baby hat jetzt eine nette Familie gefunden. Als ich in Bangalore war wurde sie Hals ueber Kopf von jemandem adoptiert. Ich freue mich ganz fest fuer sie und bin erstaunt, dass man in Indien zwar oft und lange wartenmuss, aber es mal auch ganz schnell gehen kann! :-)

INDIA - At the Family Doctor's Office

Die ersten Wochen im Missionsspital habe ich mit Dr. Jency im sogenannten "Out Patients Departement" verbracht. Sie ist so etwas wie Allgemeinpraktikerin und Spitalinternistin in einem. Zudem betreut sie noch die Intensivstation. Nun erzaehle ich euch anhand des heutigen Arbeitstages ein bisschen, wie das so laeuft:

Ja, am Morgen wenn ich um 7.00 Uhr aufstehe und zuerst zur Morgenandacht gehe, warten schon etwa 200-400 Patienten vor den Toren des Spitals. Da sie lange Maersche hinter sich haben, uebernachten die meisten schon hier auf dem Boden, trotz der bitteren Kaelte, wie ihr oben auf dem Bild seht.


Nun ist es soweit, die Schalter der Anmeldung sind geoffnet und das Gedraenge geht los. Schade kann man den Laerm und alles drum und dran nicht hoeren! Fuer 3 Wochen sind naemlich alle Arztkonsultationen und Behandlungen gratis, da die Christoffel Blindenmisssion sie sponsert. Unsere Augenaerzte arbeiten deswegen Tag und Nacht... Katarakt hier, Katarakt da... 5 Franken kostet die Operation inkl. Linse, Sonnenbrille und Medikamenten und ein Blinder ist geheilt und deren gibt es hier hunderte. Jeder, der eine Operation kriegt, kommt in unserem Office vorbei zum Blutzucker und Blutdruckscreening.

Da seht ihr Dr. Jency und Dr. Veneeth, ein Assi und Raju in Action. Ungefaehr jeder 10. Patient leidet NICHT an Bluthochdruck, und nur etwa jeder vierte Patient hat einen systolischen Blutdruck unter 200mmHG. Einmal ist es uns passiert, dass ein Patient in einer Hypertensiven Krise zu uns kam und das Geraet hatte eine Eichung nur bis 300, aber auch bei 300mmHg konnte man den Puls noch spueren... Diabetes und Infektionskrankheiten sind die Regel. Heute kam aber einer, der zur Abklaewrung einer Amyotrophen Lateralsklerose (seltene Krankheit, die unaufhaltsam zur ganzkoerperlichen Laehmung und Tod innerhalb kurzer Zeit fuehrt) kam.

Ja, aber nicht nur Screening und Arztkonsultationen wie weir sie kennen gehoeren zu Dr. Jencys Aufgaben, nein, sie macht nebenbei auch noch die Endoskopien, Lungenfunktionen, Echokardiographien und betreut alle Internistischen Stationen und deren Patienten. So gehen wir gleich nach der Andacht auf die "Rounds". Hier seht ihr sie gerade bei einer Magenspiegelung, die sie geschickt und ziemlich reibungslos OHNE Narkose abhaelt. Heute hatten wir deren 3 gemacht und ueberall ein riesiges Ulkus mit Gastritis entdeckt...


Hui, nun, eine halbe Stunde spaeter, geraet alles ein bisschen aus den Fugen: 14 Personen befanden sich aufs Mal zu dieser Zeit in diesem kleinen Raum, unserem Arztbuero. Wenn naemlich ein Patient zum Arzt geht, kommt seine ganze Verwandtschaft gleich mit! Ein zweiter Assi wurde einberufen um uns zu unterstuetzen. Auf diesem Bild seht ihr, wie 3 Aerzte gleichzeitig hintereinander Patienten sehen (Dr. Jency sitzt zu meiner rechten) und dazu probiere ich noch mein moeglichstes zu tun! Ja, am Ende des Tages, warens genau 95 Patienten, die uns hier aufgesucht haben.


Ja, und hier seht ihr noch die Familie von Dr. Jency. Sie ist mit Dr. Jacob verheiratet, der unser Augenarzt ist. Mit deren Tochter Lisa, hatten Nadine und ich am Sonntag ein Fotoshooting :-) Das gehoert naemlich auch dazu: Regelmaessig wird man eingeladen zu feinem indischen Essen...

16. Januar 2007

INDIA - Himalaya

Daniel hat uns schon letzte Woche in Delhi in Richtung Heimat verlassen, dieses Wochenende hat sich auch Raju auf seine Heimreise begeben. Um dieses Ereignis wuerdig zu feiern, reisten wir am Wochenende stundenlang mit dem Flugzeug, Zug und TOY-Train in den Himalaya oben in der Naehe des Kashmirs. Wow, das war echt ein Erlebnis, aber leider wurde dabei unser guter indischer Reisefuehrer krank, so dass wir ihn mit letzter Kraft noch auf kanpp 3000 m.u.M schleppten... Anyway, Raju gehts besser und wir hatten zusammen eine super Zeit gehabt. Nun sind wir wieder zurueck im Spital und erleben spannende, ergreifende, lehrreiche und abwechslungsreiche Zeiten auch mit unserem australischen Studenten-Kollegen, der aber auch schon bald wieder abreist...


Ja, und ganz oben auf dem Berg in Shimla hatte Nadine eine Begenung mit einem Affen, der ihr erst Bananen aus den Haenden riss und anschliessend noch ihre Chips klaute. Ich hatte vor Lachen fast vergessen eine Foto zu schiessen - aber trotzdem, hier hab ich sie!

8. Januar 2007

INDIA - Robertsganj, Missions Hospital

Nadine ist wieder gesund und hat die Reise gut Ueberstanden. Wir wurden ganz nett empfangen und lieb in den Spitalalltag eingefuehrt. Heute war unser erster Arbeitstag. Nadine arbeitet auf der Baby-Intensivstation, wo sie die Frischgeborenen wickelt, beruhigt, mit Milch versorgt, etc. Sie hat sich schon ganz fest in ein Baby verliebt, dass gleich nach der Geburt von der Mutter verlassen wurde und seit 2 Monaten hier herumliegt. Keine Ahnung, wie ich es schaffe, Nadine wieder ohne das Baby in die Schweiz zu bringen...! Ich startete heute in Familly Medicine, wo mir alles erklaert wird und uebersetzt wird. Raju hatte mir noch extra im Zug anstat zu schlafen Hindi beigebracht, so dass ich mich schon leicht mit den Patienten unterhalten konnte (wobei ich netterweise meistens ein Grinsen abbekomme). Trotzdem, das Leben ist sehr hart, die Aerzte und Pflegenden verdienen nichts und das Elend ist gross. Ich weiss echt nicht, wo ich helfen kann, denn an allen Ecken mangelt es an irgend etwas. Zum Beispiel fehlt eine Waage, wo man die Babys wiegen kann, das Sono-Geraet hat etwa 4 Pixel auf dem Monitor (so alt ist es), eine Waschmaschine, ein zweites Mikroskop... etc. Zudem bauen sie neue Operationssaaele und ein Schwesternhaus, weil die Leute regelrecht die Tueren einrennen. Ich sah heute zusammen mit einer Aerztin vielleicht 100 Patienten, davon schwere Diagnosen wie Tuberkulose, Lepra, Zerebrale Malaria, Neurozysticerose, ein 40jaehriger Mann starb heute vor meinen Augen mit Abdomenschmerzen und keiner wusste woran er wirklich gestorben war, weil er erst kurz vorher zu Fuss das Spital erreicht hat, nach einem kilometerlangen Marsch... Ich weiss, dass wir da am richtigen Platz sind und auch viel helfen koennen, trotzdem braucht das ganze viel Kraft und vor allem Bewahrung.

Deshalb hier einige Gebetsanliegen:
- Ich hatte heute schon mehrmals ungeschuetzten Kontakt zu infektioesen Tuberkulosepatienten und Leprakranken -> Bewahrung vor gefaehrlicher Ansteckung
- Grosse Mueckenplage (Malariainfiziert): wir nehmen Mefloquin, das ziemlich grobe Nebenwirkungen haben kann
- Dass das 'Baby von Nadine' eine Familie findet, die es aufnimmt
- Weisheit in unserem Handeln und auch das der Aerzte

Danke, dass ihr weiter mit uns verbunden bleibt, wir geben uns Muehe auch bald wieder Bilder hochzuladen.

5. Januar 2007

INDIA -Agra


Der Taj Mahal war super schoen. Nadine ist leider total krank geworden: Durchfall, Fieber, Bauchkraempfe... Nun geht es heute mit dem Nachtzug nach Varanasi, wo wir dann vom Missionsspital abgeholt werden. Hoffe wir schaffens... bis bald

3. Januar 2007

INDIA - Delhi


Delhi ist ganz schoen interessant, aber total ueberfuellt. Hier erleben wir einige spannende Tage, mit Besuchen, Sightseeing und billig einkaufen...

2. Januar 2007

INDIA - New Year's Eve


Ueber Silvester miteten wir ein Hausboot und fuhren durch die Backwaters ganz im Sueden Indiens. Das war ein riesen tolles Erlebnis und total romantisch. Nun sind wir auf dem Flughafen in Bangalore und warten auf den verspaeteten Flug nach Delhi, der wahrscheinlich sogar nicht stattfinden wird, weils zuviel Nebel hat seit vorgestern. 86 Fluege sind schon gestrichen worden... Nanu, ans Warten sind wir uns inzwischen gewohnt, trotzdem haben wir es meeeega gut in Indien - unsere Ferienzeit neigt sich aber auch langsam dem Ende entgegen und wir freuen uns auch, bald im Missionsspital anzufangen. Bis bald!