26. August 2009

BOLIVIA - POTOSI

Bevor wir uns so richtig in die Höhe begeben, ein Bild von einem Lama. Hier befinden wir uns auf 4300 Meter über Meer, der See ist teilweise gefroren, was mich aber nicht aufhalten sollte eine Wanderung auf den knapp 5000 Meter über Meer gelegenen Gipfel im oberen Bild zu machen. Bild links: Ja, genau hier will ich rauf! Mittlerweile hat man sich schon recht gut an die Höhenluft gewohnt...

Oben hat man eine wunderbare Aussicht auf weitere 5000er. Trotzdem, hier wo ich stehe, das sollte dann der höchste Punkt sein, den ich bisher in meinem Leben erklommen habe.
Zudem stehen wir hier über dem "Cerro rico" dem Silberberg zu Potosi, ganz rechts im Bild. Dort drin werden wir bald ein noch grösseres Abenteuer erleben!

Und hier befinden wir uns mitten in der Stadt Potosi, die einst die grösste und reichste ganz Südamerikas war. Heute ist sie die höchstgelegene Stadt der Welt - 4076 Meter über Meer!

BOLIVIA - SILVER MINE

Heute kommen wir zu einem weiteren Höhepunkt der Reise: ein Besuch in einer aktiven Silbermine. Nadine hat sich schon in die volle Montur gestürtzt - aber bevor's los geht, kaufen wir auf dem Markt für unseren Mineur etwas Coca und Dynamit! (Bild links)
Dann zeigt uns unsere Reiseleiterin wie man aus einer gelb-grünlichen Paste und etwas Nitroglycerin sowie einer Zündschnur eine Bombe bastelt - sozusagen ein "Crashkurs" in Terrorimus für Touristen! Anschliessend gehts am Mineuren-Denkmal vorbei und wir fahren auf knapp

4200 Meter hinauf. Am Fuss des "Cerro Rico" stehen wir neben all den Wägelchen plötzlich vor einem dunklen, finsteren Loch , wo Geleise hereinführen. Und jetzt kann das Abenteuer losgehen! Unser Mineur macht uns noch klar, dass man früher Kanarienvögel und Ratten mitnahm um allenfalls austretende Gase zu detektieren - aber heutzutage brauche man

dazu Touristen, und alsbald ging es todesmutig hinein ins Dunkle!
Die Luft wurde immer dicker, der Sauerstoff rarer, und aus den Tiefen kam einem eine Hitze entgegen, die Brillen- und Kameragläser anlaufen liess und man kaum mehr sehen konnte, wohin der nächste Schritt auf den modrigen Holzbalken über den gähnenden Tiefen deren Grund man nur erahnen konnte, führen würde...
Plötzlich war vor uns direkt am Boden ein Loch zu erkennen, (Bild oben) das vielleicht 20 Meter senkrecht in die Tiefe führte, und darin eine Leiter auf wackeligen Pfosten. Ich musste mir nur ungefähr 7 Mal sagen lassen, ich solle jetzt da hinunter steigen. Es wurde noch stickiger, und der Atem stockte sowieso. Aber es ging noch weiter hinunter, ähnlich einer Rutschbahn um eine fast senkrecht abfallende Kurve und an deren Ende durch ein enges Loch, wobei ich mir nicht ausdenken konnte, dass man da jemals wieder lebendig rauskommt, aber der Mineur forderte mich dazu weitere 7 x auf und nach einigem zögern war ich im Level 2.

Wir arbeiteten uns teils kriechendund in geduckter Haltung vor, bis wir durch einen Schacht senkrecht über uns (Bild links) das Licht von Nadine's Kopfleuchte erkennen konnten, die lieber auf uns wartete. Schliesslich verrichtete ich einige Arbeiten und setzte ein Loch für den Sprengstoff, so wie ich es gelernt hatte (Bild unten) und noch vor der Explosion machten wir uns wieder zurück auf den wackeligen Weg nach oben... Die Leitern, Gänge und Verzweigungen sind im Vergleich zu den verschiedenen Levels nicht der Rede wert, aber sicher ein Abenteuer der besonderen Sorte!

21. August 2009

BOLIVIA - SUCRE

Sucre ist die konstitutionelle Hauptstadt von Bolivien. Nach dem Niedergang des Silberhandels in Südamerika nach 1898 wurde jedoch die Hauptstadt wegen der erschwerten Zugänglichkeit zu Gunsten von La Paz verlegt.

Nein, wir befinden uns nicht in Paris - trotz zahlreichen Triumphbögen, Obelisken und sogar dieses Mini-Eiffelturms! Nirgends in Südamerika sieht man so schöne Bauten im Kolonialstil wie hier. Auch das Klima ist angenehm auf einer Höhe von nicht ganz 3000 Meter über Meer.



In der Nähe wurden zufälligerweise beim Errichten einer Zementfabrik zahlreiche vielfältige Dinosauerierspuren entdeckt wobei ein anschaulicher Park mit
fast lebendig gemachten Dinos geschaffen wurde.
Am Sonntag machten wir einen Ausflug ins nahegelegende Tarabuco wo ein buntes Markttreiben herrscht. Nadine war sichtlich vergnügt beim Anprobieren aller Trachten...

20. August 2009

BOLIVIA - COCHABAMBA

Unser nächster Halt war in Cochabamba, der viert-grössten Stadt Boliviens und nur auf 2500 M.ü.M. liegend, so dass es richtig früh-
lingshaft warm wurde.
Hier besuchten wir Priscilla, eine Schweizerin, die seit Jahren hier als Missionarin lebt und an mehreren Schulen unterrichtet. Auf dem Bild oben seht ihr, wie die "wilde Bande" soeben für wenige Minuten ver-
stummte...
Nein, wir waren nicht in Rio! Aber das Wahrzeichen dieser Stadt ist auch eine Christusstatue, die sogar begehbar und mit 40 Meter sogar noch höher ist! Die Statue wurde anlässlich eines Papstbesuches gebaut.

18. August 2009

BOLIVIA - LA CUMBRE

La Cumbre ist der höchste Punkt auf unserer Reise, den wir befahren. Der Pass der in die Yungas und schliesslich in den Regenwald führt, befindet sich auf 4700 Meter über Meer.
Aber noch höher sind hier die Berge! Unser heutiges Abenteuer soll uns von hier oben bis auf 1100 Meter über Meer führen, wobei wir uns dabei mit einem Mountainbike und guter Ausrüstung auf die sogenannte "Todesstrasse", der gefährlichsten Strasse der Welt begeben.

Von hier aus haben wir eine herrliche Aussicht auf den Beginn der "Death road". Dieser ist jedoch seit knapp 20 Jahren asphaltiert und noch zweispurig - aber immer abwärts gehend.

Pedalen muss man auf der ganzen Reise vielleicht 10x...


Nach den ersten paar Kilometer werfen wir wieder Mal einen Blick zurück: dort oben wo jetzt die Wolken beginnen die Spitze einzuhüllen, war der Ausgangspunkt, La cumbre. Dennoch befindet man sich immer noch auf knapp 4000 Meter über Meer.

BOLIVIA - DEATH ROAD

Nun kanns so richtig losgehen! Die knapp 70 Kilometer auf Schotterpiste ohne Abschr-ankungen, immer links am Abgrund fahrend, vorbei an sämtlichen Klimazonen in wenigen Stunden...

Auf dieser Strasse herrscht Linksverkehr damit der am Steuer sitzende Lenker durchs Fenster sehen kann, wie viele Centimeter er noch ausweichen kann - meistens passts gerade wie auf dem Bild links, wenn nicht, dann gehörst du zu den 300 pro Jahr, die vor Eröffnung der neuen Strasse 2006 in den 1000 Meter tiefen Abgrund stürzten. Die Strasse ist aber seither nicht mehr in Benutzung, trotzdem stürtzen hie und da Biker ab. Übrigens: diejenige Company mit der wir unterwegs waren, ist auch die, mit der höchsten Todesrate...

Nadine voll im Schuss und immer am fast Limit...Oben: die "Death road" von der gegenüberliegenden Seite aus gesehen. Diese wurde 1930 von paraguayanischen Häftlingen während des Chaco-Krieges als einspurige Verbindung des Urwaldteils mit dem Hochland Boliviens gebaut und hat nicht von ungefähr den Namen der "gefährlichsten Strasse der Welt".


Im Vergleich zu den Bildern von La Cumbre ist die Bekleidung bereits stark gelockert, wenn auch die Höhe immer noch über 3000 M.ü. M. beträgt.

Und das gehört auch dazu, wenn man die gefähr-lichste Strasse der Welt bewältigen will: Versorgung von Blessuren nach Stürtzen oder platten Reifen...

Nadine düst hier unter einem Wasserfall durch unter dem die Strasse in den Fels gehauen ist. Dieses Unterfangen macht die Sache noch viel gefährlicher, vielfach ist die Strasse noch in dichten Nebel eingehüllt und an solchen Stellen wegen des matschigen und morastigen Untergrunds gar abgebrochen oder durch Steinschlag und Erdrutsche zerstört (unten)...

Weil's so schnell geht bemerkt man zum Beispiel die zahlreichen Grabsteine im Felsen an der Strasse fast nicht.Gegen Ende wird die Strasse immer flacher und man findet sich schliesslich im "Urwald" wieder.

Oben: Nadine ganz alleine und verlassen beim "Downhill".
Nun wird die Hitze fast unerträglich und man hat statt Hose und Überhosen und 2 Jacken sowie Rollkragen-
pullover nur noch ein T-Shirt an.